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Umweltmedizin

Definition der Umweltmedizin:

Die Umweltmedizin umfaßt die medizinische Betreuung von Einzelpersonen mit gesundheitlichen Beschwerden oder auffälligen Untersuchungsbefunden, die von selbst oder ärztlicherseits mit Umweltfaktoren in Verbindung gebracht werden.

Mit dem Problem der zunehmenden Industrialisierung und die damit verbundene Umweltbelastung durch Giftstoffe verschiedenster Art, wird der Organismus Mensch über die verschiedensten Aufnahmewege mit unterschiedlichsten Fremdstoffen belastet. Wasser, Boden, Luft und Lebensmittel gehören zu den belastenden Stoffen ebenso wie Medikamente, Dentallegierungen oder Pflegemittel im Haushalt und für den Körper.

Dadurch bedingt rücken inzwischen umweltmedizinische und umwelthygienische Fragen immer mehr in das Blickfeld des sowohl wissenschaftlichen Interesses, aber auch die Laien und die Öffentlichkeit machen mobil, da die Erkenntnisse auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Arbeit dazu führen, verschiedenste Giftstoffe für die Auslösung oder Unterhaltung einiger Erkrankungen verantwortlich zu machen. Beispiel: PCP und Kanzerogenität, Lindan, Diclofluanid bei Nervenschäden, Antibiotika-induzierte Darmentzündungen, Magenprobleme durch Rheumamittel, Bleibelastung und Nierenschaden, Kupferbelastung und kindliche Leberzirrhose, Rauchen und Lungenkrebs, Asbest und Lungenkrebs, Nickelallergie, Chlor und Chlorakne. Die Zunahme der allergischen Erkrankungen in den letzten Jahren ist erschreckend. Nach Untersuchungen in Baden-Würtemberg leiden hier schon 5% aller Kinder an Atopien oder Neurodermitis. Untersuchungsmaterialien sind Blut, Urin, Stuhl, Muttermilch, Nabelschnurblut, Ausatmungsluft oder Organ- und Fettgewebeproben.

Akute Belastungen lassen sich am besten in Blut und Urin nachweisen (Stunden bis Wochen z.B. bei Quecksilber), Untersuchungen von Knochen und Fett spiegeln langfristige Belastungen wider wie z.B. bei Blei und Cadmium.

Aufnahmewege für die Giftbelastungen sind die Haut und die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes und der Lunge.

Hierbei fällt die prozentuale Verteilung durch die riesige Oberfläche des Darmes zu Ungunsten der Haut und Lunge aus. Die Resorptionsfläche von nahezu 400 qm ermöglicht es, sehr hohe Mengen an Schadstoffen aufzunehmen und in den Organismus einzuschleusen. Hierbei kommt zunehmend unsere Ernährung ins Spiel. Die Diagnostik und Therapie muss daher auch zwingend die Immunaktivität, die normale Bakterienbesiedlung des Darmes und entsprechende Maßnahmen umfassen. Hierzu ist die Mikrobiologische Therapie bestens geeignet.

Pflanzliche Nahrungsmittel sind häufig mit endogenen Toxinen und Pestiziden belastet. Der Lactobazillen-Gehalt im Dickdarm ist entscheidend für die Ausscheidung krebserregender Substanzen im Urin. Mit Pestiziden belastete Nahrungsmittel, konservierte und stabilisierte Nahrungsprodukte können das ökologische Gleichgewicht und die physiologischen Bakterienkulturen stören, schädigen oder zerstören.

Nicht nur im Makrokosmos kann der Mensch dieses Gleichgewicht schädigen, selbst bis zu einem „Point of no return“, d.h. eine irreversible Schädigung ist auch im Mikrokosmos „Mensch“ möglich . Es wird daher zunehmend wichtig, frühzeitig an die möglichen Ursachen und die dann kausal sich anschließenden Therapiemassnahmen zu denken.

Hierbei ist natürlich nicht jeder, der über Depressionen oder Ekzeme klagt, ein Amalgamfall oder mit Holzschutzmitteln belastet, aber werden nicht zu viele Patienten von uns von vornherein psychiatrisiert nach dem Motto: „ Drum nicht sein kann, was nicht sein darf, oder wovon ich als Arzt nichts verstehe, das gibt es auch als Diagnose nicht?“

Daher ist es hier im ganz besonderen wichtig, dass die Anamnese auch die Fragen eventuell vorhandener Umweltbelastungen umfaßt und dies dann auch in der klinischen Diagnostik seinen Niederschlag findet.

Erkrankungen mit potentiellem Umweltbezug sind:

  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Nahrungsmittelallergien mit IgE-Erhöhung im Serum.
  • Tumoren im Verdauungstrakt, Mund und Rachenraum, Ösophagus
  • Tumoren im Magenbereich
  • Dickdarmtumoren

Zusammenfassend kann man also zu dem logischen Schluß kommen, dass die Mikroökologie unseres Darmes mit allen seinen Bestandteilen als wesentlicher Wegbereiter für chronische Krankheiten angesehen werden muß und dass wir in Diagnostik und Therapie auf eine ausgeglichene vitaminreiche, spurenelement- und ballaststoffhaltige, fettarme Ernährung bei unseren Patienten, sprich „Kranken“, achten sollten, aber auch im Bereich der Prophylaxe die „Gesunden“ über den Sinn und Nutzen einer solchen Behandlung aufklären sollten.

Hierbei sollte auch ein besonderes Augenmerk auf belastende Umwelttoxine gelegt werden, die sowohl durch Ernährung wie auch iatrogen in unseren Körper gelangen können.

Auch der Umgang mit Medikamenten wie Antibiotika sollte einer strengeren Kontrolle unterliegen, da wie vorhin erwähnt, hierdurch die Symbiose des Körpers erheblichen Schaden leiden kann.

 
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