Arbeitskreis für Mikrobiologische Therapie - AMT e.V.
1953
gründeten der praktische Arzt Dr. Hans Kolb, der Gynäkologe Dr. Hans
Peter Rusch, der Hochschullehrer und Pädiater Prof. Dr. Helmut Mommsen
und Dr. Arthur Becker den Arbeitskreis mit der Zielsetzung, die
Mikrobiologische Therapie einer breiteren Kollegenschaft näher zu
bringen. Ihre Erfahrungen mit diesem Therapiekonzept, nämlich
Probiotika als ein heilungsförderndes Element in einen individuellen
Behandlungsplan einzubinden, basierten einerseits auf den Arbeiten
ihrer berühmten Vorgänger (Louis Pasteur, Robert Koch, Elias
Metchnikoff, Edward Wright) und andererseits auf den eigenen
Beobachtungen in der täglichen Praxis.
Unter
heute kaum noch akzeptierbaren Arbeitsbedingungen experimentierten die
Väter der Mikrobiologischen Therapie mit unterschiedlichen Mikroben und
Verfahrensweisen auf
eine bis dahin ungewohnte Art und Weise. Allein der Umstand, dass sie
Mikroorganismen nicht ausschließlich als bekämpfenswerte Feinde
betrachteten, sondern in ihnen vor allem gesundheitsfördernde Elemente
erkannten, ist wohl ihr größter Verdienst. Die dieser Erkenntnis
zwingend folgenden Experimente führten sie überwiegend selbständig, mit
einfachen Apparaturen durch und natürlich blieben ihnen Misserfolge
nicht erspart. Doch damit nicht genug, stellten sie ihre Ergebnisse in
Wort und Papier einer kritischen Kollegenschaft vor und nicht selten
wurde ihnen eine Abfuhr erteilt. Die nicht ausbleibenden
therapeutischen Erfolge und die zwingende Logik ihrer theoretischen
Überlegungen führten letztendlich doch zu einer breiteren Akzeptanz
dieses Heilverfahrens innerhalb der Kollegenschaft und bei den
Patienten. Die soziologischen Veränderungen innerhalb der Gesellschaft
aber auch die immer lauter werdende Forderung nach evidenzbasierter
Medizin führten in den 1970er Jahren insgesamt zu einem Rückgang der
Naturheilverfahren, so auch der Mikrobiologischen Therapie. Seit den
1990er Jahren erlebt die sie jedoch wieder eine stetig wachsende
Aufmerksamkeit von Ärzten,
Heilpraktikern und Verbrauchern. Ein verändertes Gesundheitsbewußtsein
der Bevölkerung aber auch eine verstärkte Aktivität des AMT sind als
Gründe für diesen Wandel zu nennen.
Auf jährlich etwa 200 Vortragsveranstaltungen für Heilberufler und
Patienten werden bundesweit nicht nur die Erfahrungen im Umgang mit der
Mikrobiologischen Therapie sondern auch aktuelle Forschungsergebnisse
zu diesem wichtigen
Thema vermittelt. Der Verein ist zudem eingebunden in
Weiterbildungsveranstaltungen der Ärztekammern für den Bereich
Naturheilverfahren und beteiligt sich mit Vorträgen bei den so
genannten Qualitätszirkeln, die regional von Ärztegruppierungen
durchgeführt werden. In regelmäßig erscheinenden Patientenzeitschriften
berichten erfahrene Ärzte über Anwendungsmöglichkeiten der Mikrobiologischen Therapie in ihren
Fachgebieten. Der AMT fördert und unterstützt die Zusammenarbeit sowohl
mit Zentren der hochschulorientierten Medizin als auch mit anderen
Gesellschaften der komplementären Heilverfahren.
Heute zählt der Verein etwa 260 aktive Mitglieder, bestehend aus
Ärzten, Zahnärzten, Apothekern (stimmberechtigt) und Fördermitgliedern.
2005 wurde die Mitgliedschaft im Verein für österreichische Kolleginnen
und Kollegen ermöglicht. Dort besteht eine enge Zusammenarbeit mit der
Gesellschaft für Homotoxikologie. Ähnliche Bestrebungen sind in
Italien, Spanien und Lateinamerika zu verzeichnen.
Auch
für Sie besteht die Möglichkeit, aktives oder Fördermitglied im AMT zu
werden, um den Gedanken der Mikrobiologischen Therapie weiter
verbreiten zu helfen.
Dr. R. Schmidt 1. Vorsitzender
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