Heilen mit Bakterien - Mikrobiologische Therpaie
von Rainer Schmidt
Die
Mikrobiologische Therapie umfasst Prävention und Behandlung
schleimhautassoziierter Krankheitsbilder. Dabei werden vornehmlich physiologische Bakterien (Probiotika) eingesetzt.
Zu den wichtigsten Indikationen zählen
- Erkrankungen des allergischen Formenkreises,
- atopisches Ekzem,
- akute und chronische Infekte im HNO-Bereich (Rhinitis, Sinusitis, Otitis, Tonsillitis, Angina),
- chronische Infekte der tiefen Atemwege,
- chronische Infekte des Urogenitalbereiches,
- chronisch entzündliche Darmerkrankungen ,
- intestinale Störungen (Durchfallerkrankungen, Obstipation, Reizdarmsyndrom).
Die
Wirkung der Mikrobiologischen Therapie beruht auf einer Veränderung des
Milieus an der Darmschleimhaut (pH-Regulierung), der
Nährstoffversorgung der Enterozyten und der Floramodulation. Ein
weiterer Wirkmechanismus ist der regulative Einfluss von
Mikroorganismen (Immunkeimen) auf das Mukosa-Immunsystem. Um eine
Mikrobiologische Therapie im weiteren Sinne handelt es sich, wenn nicht
physiologische bzw. apathogene Keime eingesetzt werden. Zu nennen sind
hier die apathogenen Mikroorganismen Saccharomyces boulardii und Bacillus subtilis.
Pathogene Keime werden in abgetöteter Form verwendet, sind jedoch nur
in wenigen Handelspräparaten vertreten. Der Wirkmechanismus entspricht
etwa dem einer Impfung. Angewendet werden
Branhamella (Neisseria) catarrhalis, Diplococcus pneumoniae,
Escherichia coli Biovare, Haemophilus influenzae , Klebsiella
pneumoniae, Staphyloccocus aureus, Streptococcus pneumoniae,
Streptococcus pyogenes. Die Mikrobiologische Therapie ist
Gegenstand der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer für die
Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“.
Der Gesetzgeber fordert, dass
- die Besonderheit des Therapieverfahrens theoretisch erklärbar und praktisch bewährt ist,
- das Verfahren lehr- und lernbar ist und
- die eingesetzten Mittel und Wege mit den theoretischen Denkansätzen ein plausibles Konzept ergeben.
Die
Anwendung dieser Methoden setzt die qualifizierte Ausbildung durch eine
ärztliche Fachgesellschaft oder eine entsprechende ärztliche
Institution voraus.
|